Mittwoch, 5. Dezember 2012

Lecker im Winter


So schön kann Gemüse sein.

Nach dem Raupüberfall im August hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben. Zu zahlreich waren die Raupen, die sich über meinen Wirsing hergemacht haben. Anfang Juli gepflanzt (ein Geburtstagsgeschenk), im August überfallen - aber meine kleinen Wirsingköpfchen haben sich wacker geschlagen und durchgehalten. Zum Dank wurden sie jetzt aufgegessen.

Hier zwei der kleineren Köpfe, etwas größer als ein Apfel.




Die weiteren Köpfe stehen noch auf dem Beet und haben jetzt noch Schnee und Frost abbekommen - da werde ich jetzt testen, ob das einen Unterschied macht.

Gegen die Raupen habe ich gar nichts unternommen, denn:
Wenn sie erst mal da sind ist es sowieso zu spät.

Und:
Gift kommt mir nicht in den Garten.

Ich mach das schließlich zum Vergnügen.

Alternativ könnte ich mir vorstellen, eine Gemüseschutznetz zu verwenden. Aber das werde ich wohl auch nicht machen. Das hält wohl alle möglichen Fliegen, Raupen, Würmer u.ä. ab - aber weder Kind noch Katze. Die machen dann den Weg wieder frei für die Raupen.

Damit ich mich also erst gar nicht ärgere - kein Netz. Spart auch Geld. Dafür kann ich viele zusätzliche Setzlinge kaufen - und wie gesehen kommen auch genug durch, um ein paar Mal davon zu essen.



Freitag, 30. November 2012

Apfelbaum

Endlich habe ich mir einen Traum erfüllt. Ich habe einen Apfelbaum gepflanzt.

Ich liebe Äpfel, in allen Variationen. Zum Frühstück ins Müsli, Apfelkuchen, Apfelsaft, Apfelwein (nur was für Hessen, sonst kennt das keiner - lecker!), beim Kochen, Bratäpfel, mit Stumpf und Stiel aus der Hand und demnächst vom Baum :-) und überhaupt immer und jeden Tag.

Mehr als logisch also, einen eigenen Baum zu pflanzen.

Nach langer Recherche und Apfelverkostung in meiner Lieblingsbaumschule (die auch noch Appel heißt) wurde es ein "Roter Berlepsch". Schön sauer und aromatisch und saftig. Rubinette war noch im Rennen, von dem hatte ich aber gelesen, er wäre nicht so für den Hausgarten geeignet und da ich diese Sorte auch auf dem Markt bekomme, wurde es der Rote Berlepsch, der mir auch ein bißchen besser geschmeckt hat.

Da ist er:



Es ist ein Halbstamm, er wird eine Größe von 5-7 Metern erreichen.  Mit den Jahren möchte ich ihn noch etwas aufasten, damit mehr Platz unten drunter ist. Ein Hochstamm erreicht ca. 10 m im Durchmesser - das wäre der halbe Garten gewesen und damit zu groß, daher "nur" ein Halbstamm. Dafür trägt er auch früher als ein Hochstamm, einige Jahre werde ich aber wohl trotzdem noch auf die erste Ernte warten müssen.

Direkt daneben stehen noch unser Zierapfel "Evereste" und ein Säulenapfel. Der Zierapfel wird für die Befruchtung sorgen, wenn der Kleine mal soweit ist ;-)

Aber schon jetzt schau ich immer aus dem Fenster und freu mich über meinen Apfelbaum - ein Garten macht einfach glücklich!

Samstag, 17. November 2012

Wundersame(n) Vermehrung

Diese Woche  lag ein freudig erwarteter Brief im Briefkasten. Von mir selbst an mich adressiert - trotzdem war der Inhalt eine Überraschung.

Vor 2 Wochen habe ich den Umschlag losgeschickt, begleitet von 3 selbstgebastelten Samentütchen mit selbstgeernteten Samen. Zurück kam der Umschlag mit 7 anderen Samentütchen!

Daruner:

mir bisher unbekanntes:
- Brotklee von Kräuterklatsch
- Taubenkropf von Unbekannt

anderer Leute langjährige Lieblingspflanzen:
- weiße Stockrose von Dagmar Parzelle

glücklichmachende bunte Blumen
- gefüllter roter Mohn von Unbekannt
- Hohe Gelbe Sonnenblumen von Samen Frese
- Jungfer im Grünen von grüner Himmel

und Leckeres:
- Violettes Basilikum von Magic Garden Seeds.



Ganz nebenbei lerne ich so lauter neue Blogs kennen. Bei allen Tütchen mit Absender habe ich mir direkt die dazugehörigen Blogs angeschaut. Denn natürlich bin ich ganz neugierig, wem ich die Samen zu verdanken habe. Alle Samen, die ich bekommen habe, werden nächstes Jahr einen Platz in meinem Garten finden, und ich werde berichten - versprochen! Genau so neugierig bin ich natürlich darauf, in welchem Garten nächstes Jahr meine selbst gezogenen Samen heranwachsen dürfen.

Zu verdanken habe ich das der Samenrotation von LinaLuna - vielen Dank für diese tolle Idee und die Organisation! Nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei.

Ihr habt eines meiner Samentütchen bekommen? Meldet euch, ich bin schon ganz gespannt!


Donnerstag, 1. November 2012

Kalt...

Kalt wird's, auch im Regenwurmgarten. Sonnenschirm und Trampolin sind schon abgebaut, Felsenbirne und Hartriegel sind nackig. Aber wenn es nicht gerade Dauerregen gibt, mag ich auch diese Jahreszeit. Das einzige was ich wirklich gar nicht mag, sind Temperaturen über 30°. Hab ich das schon erwähnt? Im Winter kann man ja was anziehen. Aber im Sommer... mehr als ausziehen geht nicht. Und ob die Nachbarn ihren Spaß hätten, wenn ich bei 30° nackt im Garten arbeite? Nein, Halloween war schließlich schon gestern.

Apropos:



In den letzten Wochen hatte ich beruflich viel zu tun und konnte mich weder um Blog noch Garten kümmern - aber jetzt freue ich mich umso mehr drauf! Am erstem wieder freien Wochenende habe ich dann mit den Kindern gleich diese süßen Halloween-Köstlichkeiten gebacken. Sie sehen nicht nur lecker aus, sondern schmecken auch noch gut!

Und endlich kann ich auch wieder mehr Blogs lesen und lasse mich dabei auch gerne von der geballten Kreativität anstecken. Basteln, stricken, häkeln, dekorieren - war ja alles nicht so meins bisher, aber ich finde Gefallen daran. In einem Anfall von kreativem Wahn sind daher nicht nur Muffin-Eulen und Zucker-Gebisse entstanden sondern wunderbar wärmende...



... Häkelmützen! Gehäkelt nach den Anleitungen aus dem my-Boshi-Buch. Für die erste habe ich Wochen gebraucht - die Anleitungen sind ungeeignet für Anfänger! Ich empfehle für Häkelanfänger die hervorragenden youtube-Videos von Elizza. Mittlerweile geht es ganz flott und nach 1-2 Abenden ist eine Mütze fertig. Ich muss dringend neue Wolle bestellen, es liegen schon Bestellungen von Freunden und Familie vor.

Mit der Kälte beginnt auch wieder die Saison der Gartenplanung. Mein Beitrag zu LinaLunasSamenrotation ist in der Post. Ich bin schon ganz gespannt, was ich zurückbekomme! Bis zum 3.11. könnt ihr noch teilnehmen!

Viele Grüße und einen schönen November!

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Samen - groß, klein, lila, rotierend

So langsam aber sicher ist es richtig Herbst. Morgens ist es schon sehr kühl (Handschuhe anziehen, wenn man morgens mit dem Fahrrad unterwegs ist), nebelig und nass. Die Tage sind ebenfalls wunderbar - sonnig, warm (aber nicht heiß).


Die Sonnenblume hat sich freundlicherweise zu mir runter gebeugt.

In letzter Zeit waren die Posts doch eher selten und kurz, ich habe im Moment einfach zu viel anderes zu tun. Aber heute mal wieder mehr zum Lesen:

Zeit nach dem Gemüse zu sehen! Ich möchte nach diesem meinem ersten Jahr als Gemüsegärtnerin auch schon das erste eigene Saatgut gewinnen. Gerade recht kam mir da die Samen-Rotation von Lina Lunas Gartenwelt:




Bohnen: Bei keinem Gemüse ist es wohl so einfach, das Saatgut zu gewinnen. Deshalb fange ich damit an.





Die wunderbaren lila Bohnen sind Feuerbohnen. Sie blühen hellrot, die Schoten sind grün.
Die eher unscheinbaren hellen Bohnen gehören zu Blauhilde. Diese Bohnen blühen lila und die Schoten sind ebenfalls dunkellila - im oberen Bild sieht man noch welche. Und sie schmecken einfach fantastisch!
Im nächsten Jahr baue ich auf jeden Fall wieder Stangenbohnen an - und ich will weitere Sorten ausprobieren. Es ist zwar etwas aufwändig, weil man ihnen ein Klettergerüst bauen muss, aber dann wachsen sie in die Höhe und sind damit auch gut für kleinere Gärten geeignet. An einem Zaun würden sie sicher auch gut wachsen, haben wir aber nicht.
Die Bohnen brauchen senkrechte Drähte oder Stangen/Stöcke zum Klettern. Es reicht, wenn diese 2 m hoch sind, auch wenn die Angaben zur Wuchshöhe teils deutlich höher liegen. Wenn sie oben angekommen sind, kann man sie entweder abschneiden oder sie lassen die Triebe nach unten hängen und wachsen nach unten weiter. Aber für größere Konstruktionen braucht man dann wieder eine Leiter zum Ernten.
Mein Experiment mit dem Bohnenzelt ist geglückt - kann ich nur empfehlen und ist ziemlich einfach zu bauen. Ich spiele mit dem Gedanken, die Stangenbohnen an einem Rosenbogen ranken zu lassen, vielleicht sogar über einen Weg im Gemüsegarten drüber. Hm, wenn der Winter kommt, kann ich mir das überlegen.

Kürbis: Meine 2 Hokkaido-Pflanzen haben ganze 4 Kürbisse hervorgebracht. Großzügig gezählt. Dabei habe ich sie beide in jeweils ein großes Loch voller Kompost gepflanzt und einmal gedüngt. In kürzester Zeit überwucherten sie die ihnen zugedachte Ecke. Mittlerweile sind die Blätter und Ranken abgestorben und auch schon abgeräumt. Übrig geblieben sind diese hier:


Tomaten:
Wie auf dem Bild zu sehen ist, gibt es auch noch Tomaten. Ich habe jetzt allerdings die Pflanzen alle schon abgeräumt und bin gerade dabei alle roten Früchte zu ernten und die grünen zu sammeln um sie nachreifen zu lassen.

So sah das auf der Terrasse aus:


Ich hatte deutlich zu viele Tomatenpflanzen! Es waren ca. 18 Pflanzen und sie haben alle sehr reichlich getragen. 2 Pflanzen habe ich aber schon frühzeitig entsorgt, da hier alle Früchte gefault sind. Und ich musste alle alleine essen. Der Rest der Familie mag gar keine oder wollte nach kurzer Zeit keine mehr. Zweimal habe ich leckeren Tomaten-Sugo gekocht. Trotzdem waren es zu viele... Ich hatte nicht damit gerechnet, dass alle Pflanzen überleben und auch noch so gut tragen. Nächstes Jahr also weniger.

Um grüne Tomaten nachreifen zu lassen, gibt es mehrere Möglichkeiten:
1 - Die kompletten Pflanzen kopfüber aufhängen, Blätter entfernen, möglichst ein luftiger, warmer Ort. Ein Schuppen geht aber auch.
2 - Tomaten grün pflücken, an einem warmen Ort nachreifen lassen. Wird ein Apfel dazugelegt, reifen sie schneller. Möglichst die Stiele dran lassen, dann hat Fäulnis weniger Chancen.

Licht wird übrigens interessanterweise nicht benötigt! Wärme ist wichtig.

Soweit die Theorie - ich probiere Möglichkeit 2. Da ich meine Tomatenpflanzen etwas ziemlich habe verwildern lassen, sind sie teils riesig geworden. Auf dem Bild oben liegt auf der linken Seite eine einzige Pflanze! Außerdem habe ich keinen passenden Ort um sie aufzuhängen.

Hier die bisherige Teilausbeute grüner Tomaten, die Hälfte der Pflanzen habe ich mittlerweile abgeerntet:



Experiment 2 mit meinen Tomaten: Tomatensamen gewinnen. Aus den interessanten rot-schwarzen russischen Tomaten möchte ich Samen gewinnen. Die jungen Pflanzen habe ich auf einem Pflanzenflohmarkt von einer  Russin gekauft, die sie immer aus selbst gezogenen Samen zieht.

Dazu habe ich im Internet zwei Vorgehensweisen gefunden:

Einfach: Samen aus der Tomate drücken, waschen und auf Papier oder einem Tuch trocknen lassen.

Kompliziert:
- Samen aus der Tomate drücken
- In ein kleines Glas Samen mit Glibber und Wasser geben, vergären lassen. Dabei sollen Krankheitskeime abgetötet werden. Auf der Oberfläche bildet sich ein geschlossener Schimmelrasen und es stinkt... - deshalb am besten draußen stehen lassen.
- Nach etwa 3 Tagen (unbedingt bevor sie beginnen zu keimen) gründlich auswaschen, auf ein Tuch legen und trocknen lassen

Ich probiere erst mal die einfache Variante. Wie macht ihr das?

Noch nicht geerntet sind Wirsing und eine letzte Peperoni:


Mein Raupenwirsing. Ich habe ihn stehen lassen und auch schon lange keine Raupe mehr gesehen. Vielleicht wird ja doch noch was draus.


Dies ist eine gelbe Peperoni.

Sie hat es nur vergessen. Sie war mal gelb und alle Geschwister waren gelb und das Samentütchen hat das auch gesagt. Aber Mr. Peperoni hat seine Meinung geändert und ist jetzt rot geworden. Mit zunehmender Reife werden sie immer schärfer. Ich trau mich noch nicht, ihn zu ernten. Samen ziehe ich hieraus auch nicht, es handelte sich um eine F1-Hybride.

Bohnen und Tomatensamen gehen in die Samenrotation - und noch eine Überraschung.
(Mein Mann sagt, Samen-Rotation klingt nach Swinger-Club...)

Viele Grüße aus dem herbstlichen Regenwurmgarten

Mittwoch, 19. September 2012

vom Sommer zum Herbst in 3 Tagen

Wir haben den Jahreszeitenwechsel im Urlaub erlebt. Wir waren viel draußen und konnten so die Veränderungen hautnah erleben.

Eine Woche an der Nordsee - Schwimmen und plantschen an Tag 2 - dicker Pulli und Jacke an Tag 6. Schön wars! Ein wunderbarer Abschluss eines wunderbaren Sommers und ein perfekter Einstieg in den hoffentlich perfekten Herbst.



Am letzten Tag waren die Strandkörbe schon zusammengestellt - Sommer vorbei.

Bei jedem Wetter ein Erlebnis: das Wattenmeer und die Salzwiesen:






Jetzt freue ich mich auf den Herbst! Angenehme Temperaturen, bunte Blätter, reife Früchte - herrlich.

Viele Grüße aus dem Regenwurmgarten!

Montag, 27. August 2012

Raupüberfall!

Bisher ist mein Gemüse meistens prächtig gewachsen. Gelegentlich gießen hat gereicht. Schnecken habe ich keine gesehen oder was es sonst alles gibt. Aber jetzt! Raupen! Sie fressen meinen Wirsing!

Zum Geburtstag im Juli habe ich mehrere wunderschöne kleine Wirsing-Pflänzchen geschenkt bekommen und sie auch direkt auf mein abgeerntetes Erbsenbeet gepflanzt. Dort sind sie schön gewachsen, haben schon eine beachtliche Größe erreicht, es riecht auch schon richtig nach Wirsing.

Heute habe ich plötzlich Löcher in den Blättern entdeckt. Teilweise bis auf die Blattrippen abgenagte Blätter. Schwarze Krümel auf den Blättern. Und dann: Raupen!

Armer Wirsing:












Die Raupen:






 Noch mehr Raupen?


Werden denn wenigstens schöne Schmetterlinge draus?


Ich habe die Raupen als Kohlweißling identifiziert. Daraus wird ein hübscher weißer Schmetterling (die fliegen auch tatsächlich in Mengen hier rum...) Habe aber noch keinen fotografieren können. Na ja, immerhin. Dann habe ich bald viele Schmetterlinge im Garten. Und da der Wirsing jetzt sowieso verloren ist, freue ich mich eben über die Schmetterlinge. Und kaufe im Winter Wirsing.

Aber, damit nicht genug, flogen lauter kleine Fliegen um meinen Wirsing, als ich ihn näher nach Raupen untersucht habe. Oder sind das Erdflöhe? Fliegen/hüpfen die oberirdisch rum? Jedenfalls scheint mein armer kleiner Wirsing noch anderen Tierchen zu schmecken. Eine Pflanze mickert vor sich hin, ist aber noch von Raupen verschont, hat dafür lauter kleine Löcher - Erdflöhe?

Wirsing ist also eindeutig kein Anfängergemüse. Da muss man wohl doch mit Schutznetzen arbeiten. Oder einkaufen gehen.

Viele Grüße aus dem Raupen- und Regenwurmgarten.

Donnerstag, 16. August 2012

Gemüsegartenglück

Am letzten Wochenende haben wir geerntet:


Sohnemann wollte gerne Kartoffeln im Garten anbauen. Allerdings waren wir wohl etwas spät dran und haben im Mai drei Kartoffeln vergraben. Daraus entstanden eine kleinere und eine größere Pflanze, die aber leider kaum geblüht haben. Jetzt sind die Pflanzen vertrocknet - und das soll, so bilde ich mir ein, ein Zeichen sein, dass die Kartoffeln erntereif sind, und nicht, dass ich sie vernachlässigt habe. Also haben wir mit vereinten Kräften unseren kleinen Kartoffelacker umgegraben. Und er ist wirklich klein - ca. 0,5 x 0,5 m.

Und tatsächlich - es haben sich neue Knollen gebildet! Wir haben ganze 395 g Katoffeln geerntet!

Zusammen mit der Ernte des zweiten Experimentes gab das unser Mittagessen am Sonntag:





Das Stangenbohnenzelt habe ich ursprünglich für die Kinder zum Spielen und Verstecken gebaut. Na ja - die Kinder finden das Ernten spannender - der Kater hat dann das Zelt besetzt :-) Von dem Geschmack der Bohnen war ich dann völlig hin und weg. Die haben ab jetzt immer einen gesten Platz im Garten! Blauhilde heißen die hübschen Bohnen, die man leicht entdeckt und ernten kann, die schnell wachsen, früh und hübsch blühen, reich tragen - und auch noch sensationell schmecken! Einige Schoten lasse ich ausreifen - so habe ich Saatgut für das nächste Jahr.

(Die Buschbohnen sind leider nur 10 cm hoch geworden und dann verkümmert.)



Wer jetzt denkt, das war es schon - weit gefehlt:

Tomaten!

Ernte über 1 kg am Samstag! Und dazu noch ungezählte Tomaten die einfach so nebenbei genascht werden. Allein die sensationelle Tomatenernte dieses Jahr war die ganze Arbeit wert. Nichts geht über den einmaligen Geschmack der selbstgeerntetetn Tomaten. Und es geht erst los! Jetzt werden auch die lila und die gelben Tomaten reif - demnächst gibt es also auch noch buntere Tomatenbilder.




Gemüse im Garten macht glücklich. Ganz klar.
Der Geschmack ... ist so deutlich viel besser als beim gekauften Gemüse.
Das Erfolgserlebnis und der Stolz ... wenn aus den kleinen selbstgezogenen Tomatenpflänzchen große Pflanzen voller köstlicher Früchte werden.
Die schönen Fotos ...  die man machen kann ;-)
Köstliches, frisches Gemüse (fast) zum Nulltarif - wenn man mal Wasser, Saatgut, Arbeitszeit und Grundstückspreise außer acht läßt...

Ich will aber nicht verschweigen, dass es auch Arbeit macht und es auch Mißerfolge gibt... aber nein, eigentlich will ich jetzt gerade doch nichts davon erzählen. Heute freue ich mich über meinen Gemüsegarten und nasche noch ein paar Tomaten.

Sonntag, 5. August 2012

Ausblicke

Es regnet. Ist ja gar nicht so schlecht, nach der Hitze der letzten Tage. Und ich sitze gemütlich auf meinem Ausguck-Sessel - ein Sessel direkt vor einem bodentiefen Fenster im Wohnzimmer mit Blick in den Garten. Und das sehe ich aktuell, wenn ich in den Garten schaue:


Der Gemüsegarten im August. Die Tomaten werden reif (s. unten), ansonsten ist vieles schon aufgegessen. Dieses Jahr war ein Lehr- und Ausprobierjahr. Ich habe nicht viel nachgesät und ansonsten einfach viel rumprobiert. Dafür bin ich begeistert. Die Tomaten schmecken sensationell gut, die Bohne vom Bohnenzelt waren auch so lecker, dass selbst die Kinder immer mehr davon wollten (als Spielzelt wurde es nicht genutzt, der Kater fand den schatigen Platz aber gut).  Interessanterweise hatte ich viele Probleme nicht, von denen andere berichten. Keine Schnecken, Möhrenfliegen oder ähnliches. Manches ist nicht ganz so großartig gewachsen wie ich wollte, aber gegessen haben wir alles selber :-)

Lieblingsgemüse, die es nächstes Jahr wieder gibt:
- Salat (Pflücksalat, Rucola, Asia-Salat)
- Karotten
- Radieschen
- Bohnen (Überraschungserfolg)
- Erbsen (waren etwas kümmerlich, aber lecker)
- Tomaten

Gar nicht funktioniert haben:
- Mangold (bekommt eine neue Chance im neuen Jahr)
- Neuseeländer Spinat (war ich wohl zu spät mit der Aussaat)


Die Tomaten werden reif! Mein Lieblingsgemüse! Die Tomaten aus dem Garten haben einen so unvergleichlich besseren Geschmack als die gekauften! Die ersten sind schon geerntet, weitere in Wartestellung:

Cocktailtomate "Aurora". Köstlich!

Russiche Monstertomate - von einer netten Russin auf dem Pflanzenflohmarkt. Das kyrillische Schild dazu konnte ich leider nicht lesen. Die Tomaten sind jedenfalls gigantisch groß.

Eine weitere unbekannte russische Tomate, sie soll lila werden.

Wenige Meter weiter rechts der erste Versuch eines Staudenbeetes. Bisher noch spärlich besetzt. Ich muss erst mal sehen, wie die Pflanzen "in echt" aussehen, wann und wie lange sie blühen, was hier überhaupt gut wächst und dann überlege ich mir, wie ich das Beet im nächsten Jahr gestalte. Und wenn sich die Pflanzen mit der Zeit ausbreiten und vermehren, füllt sich das Beet dann. Ich will nicht alles komplett kaufen, sondern auch einige teilen und vermehren. So sieht es nun also aktuell aus.


Ganz links eine namenlose Dahlie, daneben Gräser (Jap. Blutgras und Rutenhirse (Panicum virgatum "Hänse Herms")) - die werde ich im nächsten Jahr mehr zwischen den Blumen verteilen, jetzt stehen sie etwas isoliert und durch den unruhigen Hintergrund wirken sie nicht so richtig. Daneben gelbe Ringelblumen, namenloser rosa Phlox vom Pflanzenflohmarkt, Verbena bonariensis, Sonnenbraut in gelb-rot, gelber Sonnenhut, bereits verblühter Purpur-Sonnenhut, Gaura lindheimeri, Indianernessel (Monarda "Cambright Scarlet")), Mädchenauge und bereits verblühte Nelkenwurz. 
Von den meisten sind es nur einzelne Pflanzen - aber da sie mir alle gut gefallen, werde ich versuchen mehr davon zu bekommen und sie im nächsten Jahr anders zu verteilen. Außerdem werden aus anderen Gartenteilen noch weitere Stauden einziehen: Sonnenbraut in gelb und rot und rosa/lila Schafgarbe. Eigentlich hatte ich noch jede Menge Montbretien vergraben - aber es ist leider keine einzige gewachsen. Genauso wenig wie die rote Dahlie "Bishop of Llandaff"). Eigentlich wollte ich ein leuchtend rotes Beet, mit etwas orange und purpur, haben. Jetzt ist es viel weniger rot als geplant - mehr gelb - das wollte ich eigentlich gar nicht - und viel lila. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Am Projekt Staudenbeet kann ich noch lange werkeln - schön :-)
(Inspiriert wurde ich zu einem roten Beet vo diesem tollen Buch:  Genial gärtnern von Monty Don)

Vor allem fehlt aber noch was in der Aussicht: Höhe! Bisher ist alles zu niedrig  - das liegt natürlich auch daran, dass die Sträucher noch wachsen müssen. Aber in die Ecken muss noch was hohes. Momentan grübele ich über die Ecke hinter dem Gemüsegarten. 3 x 4 m Platz sind hier. Die Gartenhütte, die hier mal hin sollte, ist auf dem Plan woanders hin gewandert. Jetzt habe ich viele neue Ideen - aber das ist Stoff genug für einen eigenen Post.

Wichtig ist jedoch die Aussicht! Da muss ein Hingucker hin!

Hier der neueste Hingucker beim Blick aus dem Küchenfenster: Meine erste Rose: Marie Curie. Rote Knospen, daraus entstehen dunkel-rosa-apricot-farbene Blüten, die mit der Zeit immer heller werden. Faszinierend! Obwohl ich apricot nicht mag... Hier ist es schön.



Der nächste Eintrag - der hoffentlich nicht wieder so lange auf sich warten lässt - muss sich wohl mal mit dem Thema Gartenplanung befassen.

Jetzt regnet es nicht mehr, die Sonne scheint wieder, wir gehen raus!

Liebe Grüße aus dem Regenwurmgarten

Samstag, 23. Juni 2012

Sommer am Wegesrand

Es ist Sommer. Nass und lauwarm, aber Sommer. Ständig ist alles nass, gelegentlich mal einige richtig warme Tage - da explodieren alle Pflanzen rundherum. Besonders schön sind im Moment die wild blühenden Blumen, aber auch bei meinen selbst gepflanzten oder gesäten tut sich was. Daher heute ein nicht ganz so kleiner Rundgang durch die nähere Umgebung und unseren Garten.

 Weiße Lichtnelke (Silene latifolia subsp. alba)
Öffnet am Nachmittag ihre Blüten und leuchtet in der Abenddämmerung. Wächst hier wild.






Königskerze (Verbascum)
Wächst hier ebenfalls wild, die größten Exemplare sind ca. 2 m hoch



 

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)
Wird laut Wikipedia auch  "Blauer Heinrich" genannt. Erreicht ebenfalls beachtliche Höhen und hat eine besonders schöne Farbe, wie ich finde.

 





Schafgarbe (Achillea) mit Vogelwicken (Vicia cracca)
Schafgarben habe ich vor allem in weiß gesehen, aber auch einzelne in zartem rosa und einige gelbe. Die Vogel-Wicken sind hier weit verbreitet, ich habe sie in Unmengen bei uns im Garten ausgegraben. Sehen aber hübsch aus.


 
Hier vermute ich, dass es eine Art Distel ist, konnte sie bisher leider nicht genauer bestimmen.

Kamille



Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus)
Auch Zichorie genannt - Verwandte sind Chicoree und Radicchio. Sehr schöne Blüten, die morgens offen sind. Sobald die Blüten wieder weg sind, ist die ganze Pflanze trotz ihrer Größe recht unscheinbar. Die Wegwarte sieht man hier ziemlich oft, zu meiner Freude direkt an einer Ecke unseres Grundstückes sogar eine besonders schöne und große Gruppe. 



 
Die Getreidefelder bieten auch einen schönen Anblick,  Sommer auf dem Land eben.
 



Die letzten Mohnblüten:


 An vielen Stellen gibt es noch unbebaute Grundstücke, auf denen sich die wilden Blumen ungehindert ausbreiten können. Besonders wohl fühlen sie sich aber auch auf Schotter- und Erdhaufen:



Aber mittlerweile blühen tatsächlich auch einige meiner selbst gesäten oder gepflanzten Blumen:


Kornblume mit Erdbeer-Deutzie


Zinnie

Mädchenauge

Verbena bonariensis
 
Indianernessel (Monarda)
 
 Eine selbstgepflanzte Distel

 
Tomate :-)
 

Einige unbekannte, die vermutlich aus einer Feld- und Wiedenblumen-Mischung kommen, leider alle nur sehr vereinzelt vertreten.



Und noch eine der letzten Mohnblumen


Ich hab da nichts drauf gemalt - das Gesicht war von ganz alleine da!


Einen schönen Sommer euch allen!