Montag, 27. August 2012

Raupüberfall!

Bisher ist mein Gemüse meistens prächtig gewachsen. Gelegentlich gießen hat gereicht. Schnecken habe ich keine gesehen oder was es sonst alles gibt. Aber jetzt! Raupen! Sie fressen meinen Wirsing!

Zum Geburtstag im Juli habe ich mehrere wunderschöne kleine Wirsing-Pflänzchen geschenkt bekommen und sie auch direkt auf mein abgeerntetes Erbsenbeet gepflanzt. Dort sind sie schön gewachsen, haben schon eine beachtliche Größe erreicht, es riecht auch schon richtig nach Wirsing.

Heute habe ich plötzlich Löcher in den Blättern entdeckt. Teilweise bis auf die Blattrippen abgenagte Blätter. Schwarze Krümel auf den Blättern. Und dann: Raupen!

Armer Wirsing:












Die Raupen:






 Noch mehr Raupen?


Werden denn wenigstens schöne Schmetterlinge draus?


Ich habe die Raupen als Kohlweißling identifiziert. Daraus wird ein hübscher weißer Schmetterling (die fliegen auch tatsächlich in Mengen hier rum...) Habe aber noch keinen fotografieren können. Na ja, immerhin. Dann habe ich bald viele Schmetterlinge im Garten. Und da der Wirsing jetzt sowieso verloren ist, freue ich mich eben über die Schmetterlinge. Und kaufe im Winter Wirsing.

Aber, damit nicht genug, flogen lauter kleine Fliegen um meinen Wirsing, als ich ihn näher nach Raupen untersucht habe. Oder sind das Erdflöhe? Fliegen/hüpfen die oberirdisch rum? Jedenfalls scheint mein armer kleiner Wirsing noch anderen Tierchen zu schmecken. Eine Pflanze mickert vor sich hin, ist aber noch von Raupen verschont, hat dafür lauter kleine Löcher - Erdflöhe?

Wirsing ist also eindeutig kein Anfängergemüse. Da muss man wohl doch mit Schutznetzen arbeiten. Oder einkaufen gehen.

Viele Grüße aus dem Raupen- und Regenwurmgarten.

Donnerstag, 16. August 2012

Gemüsegartenglück

Am letzten Wochenende haben wir geerntet:


Sohnemann wollte gerne Kartoffeln im Garten anbauen. Allerdings waren wir wohl etwas spät dran und haben im Mai drei Kartoffeln vergraben. Daraus entstanden eine kleinere und eine größere Pflanze, die aber leider kaum geblüht haben. Jetzt sind die Pflanzen vertrocknet - und das soll, so bilde ich mir ein, ein Zeichen sein, dass die Kartoffeln erntereif sind, und nicht, dass ich sie vernachlässigt habe. Also haben wir mit vereinten Kräften unseren kleinen Kartoffelacker umgegraben. Und er ist wirklich klein - ca. 0,5 x 0,5 m.

Und tatsächlich - es haben sich neue Knollen gebildet! Wir haben ganze 395 g Katoffeln geerntet!

Zusammen mit der Ernte des zweiten Experimentes gab das unser Mittagessen am Sonntag:





Das Stangenbohnenzelt habe ich ursprünglich für die Kinder zum Spielen und Verstecken gebaut. Na ja - die Kinder finden das Ernten spannender - der Kater hat dann das Zelt besetzt :-) Von dem Geschmack der Bohnen war ich dann völlig hin und weg. Die haben ab jetzt immer einen gesten Platz im Garten! Blauhilde heißen die hübschen Bohnen, die man leicht entdeckt und ernten kann, die schnell wachsen, früh und hübsch blühen, reich tragen - und auch noch sensationell schmecken! Einige Schoten lasse ich ausreifen - so habe ich Saatgut für das nächste Jahr.

(Die Buschbohnen sind leider nur 10 cm hoch geworden und dann verkümmert.)



Wer jetzt denkt, das war es schon - weit gefehlt:

Tomaten!

Ernte über 1 kg am Samstag! Und dazu noch ungezählte Tomaten die einfach so nebenbei genascht werden. Allein die sensationelle Tomatenernte dieses Jahr war die ganze Arbeit wert. Nichts geht über den einmaligen Geschmack der selbstgeerntetetn Tomaten. Und es geht erst los! Jetzt werden auch die lila und die gelben Tomaten reif - demnächst gibt es also auch noch buntere Tomatenbilder.




Gemüse im Garten macht glücklich. Ganz klar.
Der Geschmack ... ist so deutlich viel besser als beim gekauften Gemüse.
Das Erfolgserlebnis und der Stolz ... wenn aus den kleinen selbstgezogenen Tomatenpflänzchen große Pflanzen voller köstlicher Früchte werden.
Die schönen Fotos ...  die man machen kann ;-)
Köstliches, frisches Gemüse (fast) zum Nulltarif - wenn man mal Wasser, Saatgut, Arbeitszeit und Grundstückspreise außer acht läßt...

Ich will aber nicht verschweigen, dass es auch Arbeit macht und es auch Mißerfolge gibt... aber nein, eigentlich will ich jetzt gerade doch nichts davon erzählen. Heute freue ich mich über meinen Gemüsegarten und nasche noch ein paar Tomaten.

Sonntag, 5. August 2012

Ausblicke

Es regnet. Ist ja gar nicht so schlecht, nach der Hitze der letzten Tage. Und ich sitze gemütlich auf meinem Ausguck-Sessel - ein Sessel direkt vor einem bodentiefen Fenster im Wohnzimmer mit Blick in den Garten. Und das sehe ich aktuell, wenn ich in den Garten schaue:


Der Gemüsegarten im August. Die Tomaten werden reif (s. unten), ansonsten ist vieles schon aufgegessen. Dieses Jahr war ein Lehr- und Ausprobierjahr. Ich habe nicht viel nachgesät und ansonsten einfach viel rumprobiert. Dafür bin ich begeistert. Die Tomaten schmecken sensationell gut, die Bohne vom Bohnenzelt waren auch so lecker, dass selbst die Kinder immer mehr davon wollten (als Spielzelt wurde es nicht genutzt, der Kater fand den schatigen Platz aber gut).  Interessanterweise hatte ich viele Probleme nicht, von denen andere berichten. Keine Schnecken, Möhrenfliegen oder ähnliches. Manches ist nicht ganz so großartig gewachsen wie ich wollte, aber gegessen haben wir alles selber :-)

Lieblingsgemüse, die es nächstes Jahr wieder gibt:
- Salat (Pflücksalat, Rucola, Asia-Salat)
- Karotten
- Radieschen
- Bohnen (Überraschungserfolg)
- Erbsen (waren etwas kümmerlich, aber lecker)
- Tomaten

Gar nicht funktioniert haben:
- Mangold (bekommt eine neue Chance im neuen Jahr)
- Neuseeländer Spinat (war ich wohl zu spät mit der Aussaat)


Die Tomaten werden reif! Mein Lieblingsgemüse! Die Tomaten aus dem Garten haben einen so unvergleichlich besseren Geschmack als die gekauften! Die ersten sind schon geerntet, weitere in Wartestellung:

Cocktailtomate "Aurora". Köstlich!

Russiche Monstertomate - von einer netten Russin auf dem Pflanzenflohmarkt. Das kyrillische Schild dazu konnte ich leider nicht lesen. Die Tomaten sind jedenfalls gigantisch groß.

Eine weitere unbekannte russische Tomate, sie soll lila werden.

Wenige Meter weiter rechts der erste Versuch eines Staudenbeetes. Bisher noch spärlich besetzt. Ich muss erst mal sehen, wie die Pflanzen "in echt" aussehen, wann und wie lange sie blühen, was hier überhaupt gut wächst und dann überlege ich mir, wie ich das Beet im nächsten Jahr gestalte. Und wenn sich die Pflanzen mit der Zeit ausbreiten und vermehren, füllt sich das Beet dann. Ich will nicht alles komplett kaufen, sondern auch einige teilen und vermehren. So sieht es nun also aktuell aus.


Ganz links eine namenlose Dahlie, daneben Gräser (Jap. Blutgras und Rutenhirse (Panicum virgatum "Hänse Herms")) - die werde ich im nächsten Jahr mehr zwischen den Blumen verteilen, jetzt stehen sie etwas isoliert und durch den unruhigen Hintergrund wirken sie nicht so richtig. Daneben gelbe Ringelblumen, namenloser rosa Phlox vom Pflanzenflohmarkt, Verbena bonariensis, Sonnenbraut in gelb-rot, gelber Sonnenhut, bereits verblühter Purpur-Sonnenhut, Gaura lindheimeri, Indianernessel (Monarda "Cambright Scarlet")), Mädchenauge und bereits verblühte Nelkenwurz. 
Von den meisten sind es nur einzelne Pflanzen - aber da sie mir alle gut gefallen, werde ich versuchen mehr davon zu bekommen und sie im nächsten Jahr anders zu verteilen. Außerdem werden aus anderen Gartenteilen noch weitere Stauden einziehen: Sonnenbraut in gelb und rot und rosa/lila Schafgarbe. Eigentlich hatte ich noch jede Menge Montbretien vergraben - aber es ist leider keine einzige gewachsen. Genauso wenig wie die rote Dahlie "Bishop of Llandaff"). Eigentlich wollte ich ein leuchtend rotes Beet, mit etwas orange und purpur, haben. Jetzt ist es viel weniger rot als geplant - mehr gelb - das wollte ich eigentlich gar nicht - und viel lila. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Am Projekt Staudenbeet kann ich noch lange werkeln - schön :-)
(Inspiriert wurde ich zu einem roten Beet vo diesem tollen Buch:  Genial gärtnern von Monty Don)

Vor allem fehlt aber noch was in der Aussicht: Höhe! Bisher ist alles zu niedrig  - das liegt natürlich auch daran, dass die Sträucher noch wachsen müssen. Aber in die Ecken muss noch was hohes. Momentan grübele ich über die Ecke hinter dem Gemüsegarten. 3 x 4 m Platz sind hier. Die Gartenhütte, die hier mal hin sollte, ist auf dem Plan woanders hin gewandert. Jetzt habe ich viele neue Ideen - aber das ist Stoff genug für einen eigenen Post.

Wichtig ist jedoch die Aussicht! Da muss ein Hingucker hin!

Hier der neueste Hingucker beim Blick aus dem Küchenfenster: Meine erste Rose: Marie Curie. Rote Knospen, daraus entstehen dunkel-rosa-apricot-farbene Blüten, die mit der Zeit immer heller werden. Faszinierend! Obwohl ich apricot nicht mag... Hier ist es schön.



Der nächste Eintrag - der hoffentlich nicht wieder so lange auf sich warten lässt - muss sich wohl mal mit dem Thema Gartenplanung befassen.

Jetzt regnet es nicht mehr, die Sonne scheint wieder, wir gehen raus!

Liebe Grüße aus dem Regenwurmgarten