Sonntag, 16. März 2014

Wundermittel Gründüngung?

Nicht umsonst heißt mein Blog Regenwurmgarten. Ein Regenwurmgarten ist für mich ein Garten, in dem sich Regenwürmer wohl fühlen und in dem die Regenwürmer für einen guten Boden sorgen. Sie lockern den Boden auf, sorgen für eine gute Belüftung des Bodens, reichern ihn mit Humusstoffen an. Damit sind die Regenwürmer ganz wichtige und unentbehrliche Helfer im biologisch bewirtschafteten Garten. Und eben einen solchen Garten habe ich hier.

Nun gibt es hier aber leider noch nicht so viele Regenwürmer, dass alles so wächst und gedeiht, wie ich mir das so vorstelle. Daher helfe ich hier und da mit organischem Dünger nach. Im letzten Jahr konnte ich damit ungeahnte Effekte an meinem Rasen beobachten - aber dazu in einem anderen Post mehr. Jetzt ist noch keine Rasenzeit.

Eine weitere Methode der biologischen Bodenverbesserung ist die Gründüngung. DAS Wundermittel schlechthin, um den Gartenboden fit zu machen, wenn man der Literatur glaubt. Das muss ich dann natürlich auch ausprobieren. Mein sandiger Boden braucht ein bißchen Futter, auch wenn ich anfangs dachte, ganz ohne Dünger auskommen zu können.

Im Spätsommer habe ich daher auf meinen beiden Gemüsebeeten Phacelia und Gelbsenf ausgesät. Was soll das bringen?

- weniger Unkraut auf den monatelang brach liegenden Beeten
- der Boden wird gelockert
- reichern den Boden mit Nährstoffen an

So dachte ich mir das. Weniger Unkraut jäten mit schwerem Gerät ausgraben als im Vorjahr und das Gemüse wuchert danach nur so.

Phacelia heißt auch "Bienenfreund" - und das zu recht. In meinem Phacelia-Beet hat es nach kurzer Zeit nur so gesummt und gebrummt. Die lila Blüten sehen wunderschön aus. Alleine das war es schon wert.

Links, zwischen Schlauchwagen und Sonnenblume, sieht man das abgeerntete Gemüsebeet mit Phacelia.
21. September 2013

Wie versprochen ist die Saat auch schnell aufgegangen und nach kurzer Zeit war das ganze Beet mit Phacelia zugewuchert. Im Winter sollten die Pflanzen abfrieren. Das hat eher nicht so geklappt, lag wohl auch am milden Winter.

Phacelia im Februar 2014. 

Ich habe die Pflanzen dann einfach abgehackt und erstmal auf einen (ziemlich großen) Haufen geschoben. Bei der Gelegenheit habe ich mal geprüft: es war tatsächlich fast ausschließlich Phacelia, kaum Unkraut. Also - voller Erfolg in dieser Richtung. Und schön locker war der Boden auch.

Karotten habe ich auch noch gefunden. Und wie man sieht sind auch die Wege mittlerweile vom Unkraut befreit und mit Rindenmulch bedeckt. Sonst kommt der mir nirgendwo hin, aber für die Wege ist er vielleicht doch das richtige.

Die Pflanzenreste habe ich noch weiter klein gehackt und in den Boden eingearbeitet. Das passiert allerdings schon fast automatisch beim kleinhacken auf dem Beet. Bis zu den ersten Aussaaten sollten die Pflanzenreste größtenteils zersetzt sein und einen 1A-Boden für mein Gemüse zurücklassen. Mal sehen.

Fertig. Bereit für das neue Gemüsejahr.

Der Gelbsenf hat mich doch sehr enttäuscht. Er ist eher kümmerlich gewachsen, es hat sich einiges an Unkraut angesiedelt. Blüht gelb - wie der Name sagt - aber mehr ist darüber auch nicht zu sagen. Angeblich sollte er besonders schnell und dicht wachsen. Na ja, bei mir nicht. Auch hier ist nicht alles erfroren, ich habe die Reste ebenfalls abgehackt, klein gehackt und eingearbeitet. Mal sehen, was das Gemüse dazu sagt. Da hier Tomaten wachsen sollen, werde sie noch zusätzlich Tomatendünger bekommen.

Gelbsenf im Februar 2014. 

Und damit ist die neue Gartensaison eröffnet! Es war ganz herrlich, die Gemüsebeete zu bearbeitend bei schönstem Sonnenschein und milden Temperaturen in der Erde zu wühlen.

Einen schönen Frühling an alle Regenwurmfreunde da draußen!
Michelle

Kommentare:

  1. Hallo Michelle, oh weh Du machst mir ja Hoffnung. :-( Ich hatte dasselbe nämlich für unseren Hang vor, der aus bautechnischen Gründen erst im Herbst angepflanzt werden kann. Die Samen habe ich schon hier liegen und Mitte/Ende April wollte ich mit dem Aussähen loslegen. Der Boden liegt schon drei Jahre lang brach und ist durch die Baumaßnahmen sehr verdichtet. Und damit das ganze zum Tag der offenen Gartentür, der im Juni unserem Ort stattfindet, ein bisschen freundlicher aussieht + "brummt" wie Du es so schön beschreibst, war das mein letzer Strohhalm. Ähhhemmmm.... im Sommer wollte ich das Zeugs dann abmähen und einarbeiten. Nun bin ich ein bisschen verunsichert, wenn ich hinterher so ein Ergebnis habe????!!! ???
    VG Bine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also ich kann es nur empfehlen! Es sieht wirklich schön aus. Hinterher zwar nicht, aber wenn du es im April aussäst, sollte es doch im Juni schön aussehen. Wenn du es im Sommer aber abmähst, ist noch alles grün und blüht evtl. noch, da hast du eine Menge Pflanzenmasse. Vielleicht kann man das vorher mit einem Häcksler oder Rasenmäher klein machen. Sonst wird es mit dem Einarbeiten schwer. Dann eher als Mulch liegen lassen und warten, bis es sich etwas zersetzt hat.

      Das wäre jetzt so meine laienhafte Idee...

      LG,
      Michelle

      Löschen
  2. Das gucke ich mir direkt mal ab! Zu dieser Saison wirds leider nix mit schönem Garten, hier wird mal wieder ordentlich gebaut, dafür habe ich mir vorgenommen, die ganzen Böden für das kommende Jahr nun richtig vorzubereiten. Wir haben an allen Ecken und Enden Probleme: Entweder es ist viel zu sandig, oder viel zu sauer durch die blöden Tannen (der halbe Rasen ist nur noch Moos, da müssen wir ran), und am schlimmsten sind die zwei Beete, in denen dieses Weißwurz-Zeug drin ist: Das ist eine echte Katastrophe und ich habe keine Ahnung, wie ich das Zeug loswerden soll. Ob das eher zarte Phacelia dagegen ankommt? Ich werds probieren.
    LG und einen wunderbaren Start in die neue Saison!
    /inka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Inka, probier das ruhig, schiefgehen kann da eigentlich nichts. Und wie gesagt - es sieht toll aus und zieht jede Menge Bienen an.
      LG, Michelle

      Löschen
  3. Hallo, ich habe heute Deinen tollen Blog entdeckt. Ich mache es genauso wie Du; auch ich arbeite alle möglichen Pflanzenreste wieder in den Boden ein. Beispielsweise mulche ich mit abgeschnittenem Gras in den Beeten.
    Auch mit Gelbsenf habe ich schon gute Erfahrungen gemacht. Phacelia werde ich demnächst auch ausprobieren.
    Gerne verfolge ich Deine Beiträge, die ich sehr interessant finde. Liebe Grüße aus der Pfalz von Ingrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank, es freut mich, dass dir die Beiträge gefallen. Ich werde versuchen, dieses Jahr auch wieder mehr zu schreiben.
      VG, Michelle

      Löschen
  4. Phacelia wollte ich auch schon länger mal aussäen, aber ich habe es bis jetzt noch nie geschafft. Es liegt wohl daran, dass die Beete und der Garten noch nicht fertig sind, vor allem fehlt noch gute Erde. Aber finde den Bericht klasse, dass es bei Dir so gut funktioniert hat.

    lg kathrin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hatte anfangs mal die Idee, unseren gesamten Garten (als er noch Brachland war) mit Gründüngung einzusäen. Habe ich aber irgendwie doch nicht gemacht, wahrscheinlich weil alles so unkrautüberwuchert war. Allerdings sollte die Gründungung auch in weniger guter Erde gedeihen.
      LG, Michelle

      Löschen